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 Betreff des Beitrags: Omas hühnersuppe und andere GEschichen
BeitragVerfasst: 23. Aug 2011, 14:38 
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Omas Hühnersuppe und andere Geschichten :ichnoe:

Wir lebten als Großfamilie in einem Haus. Oben meine Schwester zeitweise meine Mutter und ich, in der Mitte
waren Oma und Opa.
Unten wohnten meine Tante, meine Cousine und mein Cousin.
Ich war das Neshäckchen und Omas Pfläumchen. Es war schön
die Kleinste zu sein, aber öfters auch zum Nachteil. Denn ich
mußte immer die Kleidung der anderen auftragen und bekam
selten etwas Neues, was mich oft ärgerte.
Da bei uns damals das Geld knapp war, durfte ich nicht in den
Kindergarten. Also alle anderen gingen in die Schule und ich
residierte in Omas Küche.
Oma hatte zwar einen Gasherd, aber der wurde nur zum
heißmachen oder anbraten benutzt. Denn Omas Küche hatte
einen wunderbaren alten, großen weißen Herd, der für mich
immer faszinierend war. Er wurde mit Holz und Kohleeier
befeuert und im Winter,war er herrlich warm. Mit einer
kratzenden Strumpfhose bekleidet, dicken selbstgestrickten
Pulli und Hausschuhe drückte ich mich gerne an dem Küchen-
herd herum ,an dem die Backofenklappe stets offen stand.
Innen , in der Klappe befanden sich alte Brötchen zum
trocknen, die später zu Weckmehl verarbeitet wurden.
Wenn Oma kurz aus der Küche ging, setzte ich mich oft auf
die Klappe und wärmte meinen Hintern und den Rücken.
Damals gab es keine Zentralheizung. sondern es standen
Kohleöfen oder Ölöfen in den Zimmern und es wurde nicht
immer alles geheizt.
Also alle waren in der Schule und ich in Omas Küche. Oma
kochte für unsere ganze Großfamilie. Ich wurde kurzerhand
zum Handlanger dekradiert was ich aber gerne machte.
Ich schälte Zwiebeln, durfte Feldsalat putzen oder ver-
schiedene Sachen umrühren, was mir viel Spaß machte.
Ich muß sagen, durch das ständige zuschauen wie Oma
kochte, habe ich viel gelernt. Allerdings mache ich keine
Mehlpampe an mein Essen, so wie das früher üblilch war.
Faszinierend waren auch Omas Geschichten, die sie mir
während wir kochten erzählte. Gerne hörte ich immer wieder
wie sie Opa kennenlernte, die Geschichte ihrer Flucht von
Ostpreußsen nach Zweibrücken, vom Krieg und ihrer Kind-.
heit.
Meine Oma hatte zwei Seiten. Eine strenge, wenn wir nicht
pünktlich nach Hause kamen, war die Türe zugesperrt und
man mußte bitten und betteln, bis sie einen wieder ins Haus
ließ. Als ich älter war, nahm Oma auch mal den Spazierstock
um einen den Hintern zu versohlen, was Opa aber immer
Gott sein Dank bei mir verhinderte, denn ich war Opas
Liebling, mein Privileg als Nesthäckchen.
Die milde Seite meiner Oma war wenn man krank war oder
Kummer hatte. Da streichelte Oma einen immer über den
Kopf und sagte mein armes Pflaumchen, dass war mein
Kosename. Wenn ich krank war, durfte ich auf dem
Sofa, dass in Omas Schlafstube stand, dick eingepackt in
einem Federbett liegen. Daneben war Omas Küche aus
der es dann duftete. Oma kochte dann immer Hühnersuppe
oder eine starke Rinderbrühe mit Rindfleisch und Knochen.
Ja damals wurden auch Knochen abgekocht als Grundlage
für Suppen oder Soßen. Sie sagte stets, dass bringt dich
wieder auf die Beine. Eine starke Rinder- oder Hühnersuppe,
war das Allheilmittel für alle Krankheiten.
Suppe und Omas streicheln über den Kopf und die Aussage,
du bist mein Pflaumchen, lösten immer ein Gefühl von Ge-
borgenheit im mir aus. Auch heute noch, wenn ich daran
denke. Oma wußte mit der Zeit, dass ich am liebsten
Hühnersuppe mit Gemüse mochte. Ich nannte sie immer dann
Frühlingssuppe. Als ich größer wurde, fragte mich immer
Oma wenn ich krank war, Kindchen was willst du dann essen.
Ich sagte immer Oma Frühlingssuppe. In dieser Hühnersuppe
waren immer Gemüse und Sternnudeln. Natürlich auch Omas
streicheln über den Kopf und das mein armes Pflaumchen.


Lilebe Malve, deswegen stehe ich auf Hühnersuppe, es ist
so eine alte Angewohnheit von Oma und hat etwas ge-
borgendes in Erinnerung.

Ich werde noch weitere 'Geschichten von Oma erzählen. lottekind


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 Betreff des Beitrags: Re: Omas hühnersuppe und andere GEschichen
BeitragVerfasst: 23. Aug 2011, 14:42 
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:knuddel:
Omas Hühnersuppe und andere Geschichten
Da wir damals keinen Fernseher hatten, war es üblich, besonderst in der kalten Jahreszeit, wo man nicht raus
konnte, das wir Abends bei Oma in der Küche saßen, wo
es Dank des Herdes so schön warm war.
Oma saß meisten mit einer Stopfarbeit am Küchentisch.
Wir Kinder waren sehr neugierig, denn Oma hatte ja den
Krieg erlebt, wir sahen bei uns ja immer noch die Ruinen,
Oma war von Ostpreußen bis runter in die Pfalz mit 2
Kindern geflüchtet und das war immer interessant wenn
sie erzählte.
Sie zierte sich meistens, aber wenn man genug bohrte,
fing sie an zu erzählen.
Oma erzähle mal wie du Opa kennengelernt hast, fragten
wir immer und Oma erzählte.
Oma erzählte von dem See vor dem Haus, der im Winter
immer zugefroren war und auf dem sie Schlittschuh lief.
Sie erzählte wie die Hussaren hoch zu Ross an dem See
vorbeiritten nach Neidenburg. Oma erzählte von den
schönen roten Uniformen, den schönen Männern mit
Schnurrbärten, die hoch zu Ross mit glitzernden Säbeln
an ihr vorbeiritten. Ach wie gerne hätte sie so einen
Mann geheiratet schwärmte sie. Die goldenen Knöpfen
an den Uniformen schwelgte Oma in Erinnerungen.
An dem See kam öfters ein Mann vorbei und schaute
den Frauen beim Schlittschulaufen zu. Sie interessierte
sich aber nicht für diesen Mann, denn sie wollte ja einen
Hussaren als Mann.
Eines Tages sah sie, wie dieser Mann, der oft am See war
und zuschaute zu ihrem Haus ging. Er war fein angezogen
und trug einen Anzug. Oma folgte ihm nach Hause und
sah wie der Mann zum ihrem Vater ging und die beiden
in die gute Stube gingen und die Türe hinter sich schlossen.
Oma wunderte sich was der fremde Mann von Ihrem
Vater wollte.
Einige Zeit verging und Oma wurde in die gute Stube
gerufen. Ihr Vater erklärte ihr, dieser fremde Mann werde
sie heiraten und somit war Oma mit Opa verlobt.
Opa war ein Kriminalkommisar und somit Beamter und
auch Uniformträger. Oma traute sich nichts zu sagen,
war aber entsetzt, diesen älteren Mann heiraten zu
müssen , denn sie wollte doch unbedingt einen Hussaren
heiraten. Die Zeit verging und Oma heiratete Opa.
Mit der Zeit hatte sie Opa liebgewonnen und er war ihr
bestes Stück und sie wollte ihn nicht mehr hergeben.
Opa war übrigens auch mein bestes Stück und ich war
sein Liebling.
Aber die Schwärmerei von den Hussaren hatte Oma immer
noch. Als wir Mädchen größer wurden sagte Oma immer
zu uns, heiratet blos einen Beamten, dann seit ihr gut
versorgt, war immer ihr Spruch.
Als ich selber Beamtin war und Oma diesen Spruch immer
noch sagte, sagte ich Oma, ich bin selbst Beamtin und
brauche deswegen keinen Beamten zu heiraten ,ich bin
selbst versorgt, aber Oma verstand dieses nicht.
Das war nicht Ihre Welt in der die Frauen selbstständig
waren und kein männlichen Versorger mehr brauchten.
Ja die Zeiten haben sich verändert und kein Mädchen
würde den Mann heiraten, den ihr Vater bestimmt,
In der heutigem Zeit könnte Oma ihren Hussaren haben,
aber heute gibt es keine Hussaren mehr.
Also würde sie vieleicht doch Opa dann nehmen, denn
er war wie er im immer sagte aiuf sein Frauchen sehr
bedacht.
Ach es war doch schön in so einer Großfamilie ohne
Fernseher. Ich liebte Omas Geschichten von früher. :sonne: lottekind


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 Betreff des Beitrags: Re: Omas hühnersuppe und andere GEschichen
BeitragVerfasst: 23. Aug 2011, 15:15 
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Huhu lottekind

Wunderschöne Geschichten, danke dir! :sonne:

Ja, die Grossfamilien hatten schon was, auch wenn die Zeit früher sicher nicht einfacher war als heute. :frühl3:

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*Urteile nie über einen Menschen, bevor du nicht zwei Monate lang in seinen Mokassins gelaufen bist.* (Indianerweisheit)
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