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 Betreff des Beitrags: Der Darm als Schaltzentrale der Gefühle und zweites Gehirn
BeitragVerfasst: 13. Jun 2011, 16:23 
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Huhu!

Also... Raphy hat gewusst, warum er mich ausgerechnet zu diesem Thema leitet! Als ich den Artikel über dieses Thema las, ging mir ein ganzer Kronleuchter auf... :idee:



Der Darm als Schaltzentrale der Gefühle und zweites Gehirn


Von Forschern wird der Darm als 2. Gehirn bezeichnet, und das kommt nicht von ungefähr.

Der Darm ist umhüllt von mehr als 100 Millionen Nervenzellen – das sind mehr Neuronen als im Rückenmark. Er ist ein Abbild des Kopfhirns – Zelltypen, Wirkstoffe und Rezeptoren sind exakt identisch. Der Darm erledigt nicht nur die schon hochkomplexe Verdauungsleistung, sondern ist auch Quelle psychoaktiver Substanzen, die mit Gemüts- und Stimmungslagen in Verbindung stehen, wie Serotonin, Dopamin und Opiate.

Die gesamte Darmwand ist von einem komplexen Nervensystem durchzogen. 90% der Verbindungen zwischen Kopf und Bauch laufen von unten nach oben. Millionen von chemischen Substanzen müssen während des Vertrauungsprozesses analysiert, Millionen von Giften und Gefahren gemeistert werden. Aus dem Darmhirn herrscht Informationsflut. Experimente deuten darauf hin, dass außer bewussten Alarmsignalen (z.B. Brechreiz bei Vergiftungen) vor allem UNBEWUSSTE Botschaften in das Kopfhirn eingespeist werden. Je tiefer Prozesse im Verdauungstrakt ablaufen, umso schwächer wird die Herrschaft des Kopfhirns.

Das Denkorgan im Bauch ist ein unabhängiger Geist im Körper – ein vibrierendes, modernes, Daten verarbeitendes Zentrum. Bis heute ist es extrem schwierig, Gedärme zu transplantieren. Die große Anzahl von fremden Nerven- und Immunzellen, die mit dem Spenderorgan übertragen werden, ordnen sich dem Empfängerorganismus besonders schwer unter. Daher werden seitens der Mediziner neben gravierenden Abstoßungsreaktionen auch schwere psychische Irritationen befürchtet. Denn: Das Darmhirn kann die Daten seiner Sensoren selbständig erfassen und verarbeiten und kontrolliert ein Set von Reaktionen. Es gibt den Nachbarorganen Anweisungen, koordiniert die Infektabwehr und die Muskelbewegungen, und es arbeitet organisiert mit Kreisläufen. Weiters ist es in der Lage, unterschiedliche Zustände zu registrieren und adäquat darauf zu reagieren.

Das zweite Gehirn hat alles, was ein integratives Nervensystem braucht – Darmhirn = Denkapparat!

Diese Schaltzentrale im Bauch gilt als Überlebensapparat für Leib und Seele. Neben Serotonin (= Glücksgefühle) werden auch noch mindestens 40 weitere psychoaktive Nervenbotenstoffe produziert. Die Verbindung zwischen den beiden Gehirnen geschieht im Rückenmark und im Vagusnerv.

Etwa 20% der Bevölkerung leiden unter Funktionsstörungen des Verdauungsapparates – ohne erkennbaren Defekt. In der Vergangenheit wurden diese Menschen oft als hypochondrische Spinner abgetan. Nun erkennt man, dass das Bauchhirn seine eigenen Neurosen entwickelt.

Forscher können Veränderungen der Gehirnaktivität bei Patienten mit Depressionen und Angstzuständen am vorderen Hirnlappen, dem Zentrum der Entscheidungsfindung, nachweisen. Ungezügelte Stressbelastungen scheinen die Hauptursache zu sein. Wenn die Last von Anspannung, Ängsten und Furcht zuviel wird, schütten die Nervenzellen im Darm Entzündungsstoffe aus, die Darmkrämpfe oder Durchfall auslösen. Dies wird dem Kopfhirn mitgeteilt. Letztendlich kann ein permanentes Zuviel an o. a. Stress und der damit verbundenen Ausschüttung von Entzündungsstoffen zu einer messbaren Abnahme von Gehirnvolumen im limbischen System (mittleres Gehirn) sowie im vorderen Hirnlappen führen.

Stress in den ersten Lebensjahren ist in Bauch und Gehirn eingebrannt und bestimmt durch die Darm-Hirn-Achse das ganze Leben. Es soll ein Zusammenhang zwischen „Dreimonatskoliken“ im Säuglingsalter und irritablem Darm im Erwachsenenalter bestehen. Die frühen Erfahrungen formen die Persönlichkeit beider Gehirne, d.h. sie bilden das emotionale Profil. Für Emeran Mayer, Professor an der Universität von Californien in Los Angeles, hat der Körper die Macht über Gefühle und den Geist (Verstand). Emotionen sind die Quintessenz unserer Lebenserfahrungen – im Körper niedergeschrieben – und vor allem im Bauchhirn gespeichert. Die Übersetzung findet im Kopfhirn statt – in Heiterkeit, Vitalität, gute Laune, Müdigkeit Unwohlsein, usw. Die Stimmung macht der Bauch.

Wissenschaftler nehmen an, dass eine Art „Emotions-Gedächtnis-Datenbank“ besteht, in der alle biologischen Chiffren wie Vorfreude, Ablehnung, Lust, Unlust, etc. gespeichert sind und je nach Bedarf abgerufen werden. Entscheidungen werden aus dieser gigantischen Datenbank mitbestimmt. Die Chiffren des Bauches treten nur dann aus dem Unbewussten an die Oberfläche des Bewusstseins, wenn sie „künstlich“ verstärkt werden, sprich in positiven/negativen Stresssituationen.

Ob „Schmetterlinge im Bauch“ oder „Bauchkrämpfe vor Angst“ – unsere Schaltzentrale der Gefühle sendet die Botschaften an das Gehirn im Kopf, und der dort ansässige Verstand trifft die Entscheidungen.

(Quellen: www.praxis-fuer-naturheilmedizin.de / www.atemzentrum.at)


Ich wünsche euch ebenso viele Aha-Erlebnisse, wie ich sie hatte! :idee:

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Darm als Schaltzentrale der Gefühle und zweites Gehi
BeitragVerfasst: 20. Jul 2011, 12:50 
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sigelind ist begeistert über deinen Report! :bravo:
Ich weiss von meiner Tochter, (heute 38 Jahre alt) wenn sie etwas ausbrütete, klagte sie über Bauchschmerzen. Dann war immer eine Erkrankung "im Busch" In späteren Jahren erzählte sie immer wieder über "Revolution" im Darm mit Durchfall.
:weissnicht: Seit 2003 habe ich keinen Kontakt mehr zu ihr.
Ich leide unter Migräneattacken nach Verzehr von Negerküssen, Mon Cherie. Irgendwie gibt mir mein Körper Signale darüber, was mir nicht bekommt - denn ich mache mir überhaupt gar nichts aus Pralinen. Schokolagenverzehr kann ich nicht immer verhindern - die Rache kommt 1-2 Tage wie aus dem Nichts angeflogen in Form der sog. klassischen Migräne mit Sehstörungen, Flimmerskotum und einseitigen dumpfe Kopfschmerzen. Ich helfe mir mit Ibuprophen-Tabl. An dem Anfall kann ich nichts ändern - aber meist ist nach 20 Minuten der Spuk vorbei - nur ein Druck bleibt im Kopf, auch bin ich wieder "einsatzfähig" :jubels:


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Darm als Schaltzentrale der Gefühle und zweites Gehi
BeitragVerfasst: 20. Jul 2011, 13:54 
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Huhu sigelind

Dankeschön! *verneig

Jo, da ging mir ein ganzer Kronleuchter auf. Als ich den Artikel schrieb, war ich selbst gerade sehr aktiv mit Darmreinigung (Entgiftung) und Vorbereitung zum Heilfasten. Wenn ich mal mehr Luft habe, schreibe ich eine Reportage über mein diesbezügliches Erleben. Ich habe für mich sehr viel Erkenntnis gewonnen. Diese Einheit von Körper, Geist und Seele war so deutlich zu spüren, wie nie zuvor. Finde ich sehr schade, dass auch heute noch seitens der Wissenschaft (Schulmedizin) dieser Einheit so wenig bis gar nicht Rechnung getragen wird.

Das, was ich für mich erlebt habe, ist die Basis für eine spätere berufliche Tätigkeit als Dipl. Fastenleiterin. Die Ausbildung dazu mache ich noch in diesem Jahr, im Oktober. :jc_doubleup:

Übrigens gehts mir auch heute noch genauso wie deiner Tochter. Ich habe massive Angst vor dem Zahnarzt, und jedes Mal, wenn Termin ansteht, bekomm' ich Durchfall.

Zitat:
:weissnicht: Seit 2003 habe ich keinen Kontakt mehr zu ihr.


Ich will nicht unbeabsichtigt irgendwelche Wunden aufreissen, aber du weisst, dass du darüber reden kannst, wenn du das Bedürfnis hast!? :helfen:

Newlife



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